Deutliche Zuwächse nach Konsolidierung
Das begehrteste aller Edelmetalle glänzt wieder: Der Gold-Kurs erholt sich zusehends und lag zuletzt bei rund 2.668 US-Dollar (ca. 2.540 Euro) pro Feinunze – Tendenz steigend. Vor der US-Wahl war der Goldpreis auf ein Rekordhoch von 2.789 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) geklettert, danach gab es einen kurzzeitigen Dämpfer. Viele Anlegerinnen und Anleger investierten verstärkt in Aktien und Kryptowährungen, der Preis fiel kurzfristig auf 2.560 US-Dollar.
Treiber dieser neuen Bewegung: politische Unsicherheit in den USA und die Aussicht auf weitere Zinssenkungen der Zentralbanken. Aussagen einzelner Notenbanker der EZB zufolge könnten die Leitzinsen weiter gesenkt werden – der Markt hat eine Senkung um 25 Basispunkte fest eingepreist; teils wird über 50 Basispunkte spekuliert. Geopolitische Brandherde wie die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten heizen die Goldnachfrage zusätzlich an.
Höhere Rendite als der DAX
Im bisherigen Jahresverlauf gewann die Feinunze Gold rund 30 % an Wert. Zum Vergleich: Der DAX legte im gleichen Zeitraum etwa 14 % zu. Investmentbanken wie Goldman Sachs und die Bank of America sehen 2025 die Marke von 3.000 US-Dollar in Reichweite.
Die durchschnittliche jährliche Rendite von Gold lag in den vergangenen fünf Jahren bei rund 10 % – mit drei positiven und zwei negativen Jahren. Der DAX erzielte von 2019 bis Ende 2023 jährlich rund 9,9 %. Gold hat den DAX damit knapp outperformt.
Marktteilnehmer verweisen auch auf verstärkte Goldkäufe der Notenbanken. Vor allem die chinesische Notenbank hat ihre Bestände deutlich aufgestockt, wie der World Gold Council bestätigt.
Auch über 2025 hinaus eine wertvolle Anlage
Bei hohen Leitzinsen investieren Marktteilnehmer eher in verzinste sichere Anlagen statt in Gold. Doch näher rückende Zinssenkungen, Zentralbankkäufe und Nachfrage nach sicheren Anlagen treiben den Preis. Analysten von Wells Fargo Investment Institute und Atlantic House Investments sprechen von einer „goldenen Dekade“ und sehen einen positiven Trend bis 2030 – mit Kurszielen von 4.800 bis 7.000 US-Dollar pro Feinunze.
Gold ist eines der ältesten Zahlungsmittel überhaupt und hat seit Jahrhunderten weltweit den Ruf der perfekten Geldanlage in Krisenzeiten. 2022 kauften deutsche Anlegerinnen und Anleger laut World Gold Council mehr als 185 Tonnen Gold. Es wird geschätzt, dass in Deutschland knapp 9.100 Tonnen Gold in privater Hand sind – plus knapp 3.360 Tonnen im Besitz der Bundesbank.